Hallo liebe Leserinnen und Leser!
Wie
die Idee zu „Verliebt in eine Hexe“ entstand
Der Kult-Klassiker Bewitched – im deutschsprachigen Raum besser bekannt als Verliebt in eine Hexe – gilt bis heute als eine der einflussreichsten Sitcoms der Fernsehgeschichte. Seit über einem halben Jahrhundert verzaubert Samantha Stephens nun schon die Zuschauer. Die Geschichte begann in den frühen 60er Jahren, als Produzent Sol Saks, inspiriert von Filmen wie Meine Frau, die Hexe und Meine Braut ist übersinnlich, die Vision einer Hexe hatte, die versucht, ein ganz normales bürgerliches Leben zu führen. Nach dem Pilotfilm Ende 1963 erkannte der Sender ABC sofort das Potenzial: Die Serie startete am 17. September 1964 und wurde über Nacht zu einem globalen Phänomen.
Hausmütterchen-Idyll
trifft auf übernatürliches Chaos
Im Zentrum der Serie steht Samantha Stephens – eine wunderschöne, moderne Frau, die jedoch über enorme magische Kräfte verfügt. In der Hochzeitsnacht gesteht sie ihrem sterblichen Ehemann, dem Werbefachmann Darrin (in der deutschen Fassung oft einfach „Darrin“ geblieben), ihr Geheimnis. Darrin, der sich nach einem traditionellen Familienleben sehnt, stellt eine Bedingung: Samantha muss auf Magie verzichten und eine ganz normale Hausfrau sein. Doch dieser Vorsatz scheitert regelmäßig an Samanthas exzentrischer Verwandtschaft – allen voran ihre herrische Mutter Endora. Jede Folge folgt meist einem häuslichen Konflikt, den Samantha trotz ihres Versprechens mit einem Nasenstüber lösen muss, was oft in noch größerem komödiantischem Chaos endet.
Die
Gesichter der Serie: Ein gewagter Wechsel
Die Besetzung war ein Glücksgriff. Elizabeth Montgomery verkörperte Samantha mit unwiderstehlichem Charme; ihr berühmtes Nasenwackeln wurde zum Markenzeichen der Serie. Darrin hingegen wurde von zwei Schauspielern gespielt: In den ersten fünf Staffeln (1964–1969) lieferte Dick York eine meisterhafte körperliche Comedy ab. Aufgrund einer schweren Rückenverletzung und der daraus resultierenden Schmerzmittelabhängigkeit musste er die Serie jedoch verlassen. Er wurde durch Dick Sargent ersetzt, der die Rolle bis zum Ende 1972 übernahm. Dieser Schauspielerwechsel gilt bis heute als einer der mutigsten Schritte der TV-Geschichte, an den sich die Zuschauer erst gewöhnen mussten.
Die legendäre Agnes Moorehead spielte Endora, die Darrin abgrundtief hasste (und seinen Namen absichtlich immer falsch aussprach). Mit ihrem schrillen Make-up und ihrem sarkastischen Wesen verlieh sie der Serie ein hohes komödiantisches Niveau. Weitere unvergessliche Charaktere waren die neugierige Nachbarin Gladys Kravitz und Darrins Chef Larry Tate.
Der
Sprung ins Farbfernsehen
Verliebt in eine Hexe meisterte erfolgreich den technologischen Wandel. Die ersten zwei Staffeln (74 Folgen) wurden noch in Schwarz-Weiß gedreht, was der Serie eine klassische Kino-Aura verlieh. Ab der dritten Staffel (1966) wurde es bunt – passend zur psychedelischen Mode der 60er Jahre und Endoras schillernder Garderobe. Die Farbe steigerte nicht nur die Einschaltquoten, sondern machte die magischen Spezialeffekte visuell noch attraktiver.
Kulturelles
Erbe und moderne Rollenbilder
In den USA war die Serie ein Gigant und lag in der Debütsaison auf Platz zwei der Quoten, nur geschlagen von Bonanza. Doch Samantha war mehr als nur Unterhaltung: Sie war ein Symbol der modernen Frau. Sie war klüger als ihr Mann und besaß Macht, entschied sich aber bewusst für die Familie, während sie ständig zwischen zwei Welten balancieren musste. Die Serie kritisierte durch die Blume die patriarchalische Gesellschaft der damaligen Zeit.
Nach acht Staffeln und 254 Folgen endete die Magie am 25. Juni 1972. Montgomery wollte sich von ihrem Image lösen und ernstere Rollen übernehmen. Dennoch blieb das Erbe lebendig: Von Spin-offs wie Tabitha bis hin zum Kinofilm von 2005 mit Nicole Kidman. Selbst moderne Hits wie WandaVision zollen Samantha und Darrin in ihren ersten Episoden direkt Tribut.
Die
tragischen Schicksale hinter dem Lachen
Elizabeth
Montgomery: Die rebellische Aristokratin
Geboren in eine Hollywood-Dynastie, kämpfte Montgomery zeitlebens gegen das Klischee der „perfekten Hausfrau“. Nach der Serie glänzte sie in düsteren Dramen wie A Case of Rape (1974) und engagierte sich leidenschaftlich für LGBTQ-Rechte. Ihr Ende kam viel zu früh: Sie ignorierte erste Krebssymptome, um die Arbeit an einem Film zu beenden. Sie starb 1995 im Alter von nur 62 Jahren, nur acht Wochen nach der Diagnose Darmkrebs.
Dick
York: Ein Leben voller Schmerzen
Yorks Geschichte ist eine der traurigsten in Hollywood. Ein schwerer Unfall am Set im Jahr 1959 zerstörte seine Wirbelsäule. Während er Millionen zum Lachen brachte, litt er unter unvorstellbaren Schmerzen und musste oft gestützt werden. Nach seinem Ausstieg verarmte er fast völlig, fand aber später Erfüllung in der Wohltätigkeitsarbeit für Obdachlose. Er starb 1992 an einem Emphysem.
Dick
Sargent: Mut zum Outing
Sargent übernahm die schwierige Aufgabe, einen Fan-Liebling zu ersetzen. Privat führte er lange ein Doppelleben, bis er 1991 als einer der ersten großen Stars öffentlich zu seiner Homosexualität stand, um junge Menschen während der AIDS-Krise zu unterstützen. Er blieb bis zu seinem Tod 1994 (Prostatakrebs) ein Aktivist für Gleichberechtigung.
Agnes
Moorehead: Die Grand Dame
Die vierfache Oscar-Nominierte war das intellektuelle Rückgrat der Serie. Moorehead war hochgebildet und privat sehr religiös. Sie starb 1974 an Gebärmutterkrebs. Tragischerweise wird vermutet, dass ihre Erkrankung mit den Dreharbeiten zum Film Der Eroberer zusammenhing, die in der Nähe eines Atomtestgeländes stattfanden – ein Schicksal, das sie mit vielen Kollegen teilte.
Verliebt
in eine Hexe bleibt ein Denkmal der Fernsehgeschichte – ein Beweis dafür, dass
die größte Magie am Ende doch Geduld, Liebe und ein kleines bisschen Humor
sind.
Die rebellische Seele


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