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Psychoanalytiker und ihre homosexuelle Praxis, Ansichten und Gedanken: Harry Stack Sullivan, Frieda Fromm-Reichmann, Erik Erikson, Stephen Mitchell, Ken Corbett

 

Hallo, liebe Leser!

 

Harry Stack Sullivan (1892–1949): Architekt der Einsamkeit und Intimität

 

Harry Stack Sullivan war ein revolutionärer amerikanischer Psychiater und der Begründer der interpersonalen Psychoanalyse. Er verlagerte den Fokus von Freuds inneren Trieben hin zu dem, was zwischen den Menschen geschieht. Geboren in einer irischen Einwandererfamilie im ländlichen New York, prägte ihn eine isolierte Kindheit, die später zum Kern seines wissenschaftlichen Interesses wurde. Sein Hauptwerk, The Interpersonal Theory of Psychiatry (1953), besagt, dass die Persönlichkeit keine feste Einheit ist, sondern das fortlaufende Ergebnis von Interaktionen mit anderen. Er war bekannt für seine außergewöhnlichen Erfolge bei der Behandlung von Schizophrenie, wobei er weniger auf Medikamente setzte, sondern eine sichere, zutiefst menschliche Umgebung schuf.

 

Sullivans Privatleben war von einem Schleier der Geheimhaltung umgeben, erzwungen durch die strengen sozialen Normen seiner Zeit. Von 1927 bis zu seinem Tod lebte er mit James (Jimmie) Boydson zusammen. Während Sullivan ihn in der Öffentlichkeit als seinen „Adoptivsohn“ vorstellte – eine damals gängige Praxis für schwule Paare, um zusammenzuleben und das Erbe zu sichern –, sind sich Biografen heute einig, dass er sein Lebenspartner war. Sullivan versuchte sogar, in seinem Haus „therapeutische Gemeinschaften“ zu schaffen, in denen männliche Freundschaft und Nähe die Basis für Stabilität bildeten. Er schrieb: „Wir brauchen einen anderen Menschen, um unser Menschsein zu bestätigen.“ Sein Blick auf Homosexualität war wesentlich milder als der seiner Kollegen; er sah darin keine Krankheit, sondern eine komplexe Suche nach Sicherheit und Intimität.

 

Erik Erikson (1902–1994): Identitätskrisen und die Suche nach dem Selbst

Der deutsch-amerikanische Psychoanalytiker jüdischer Abstammung Erik Erikson schenkte der Welt die Theorie der psychosozialen Entwicklung und prägte den Begriff der „Identitätskrise“. Sein berühmtestes Werk, Kindheit und Gesellschaft (1950), analysiert, wie der Mensch acht Lebensphasen durchläuft, die jeweils die Lösung eines spezifischen Konflikts erfordern. Trotz seiner enormen Autorität war Eriksons eigener Weg von Zweifeln über seine Herkunft und seine sexuelle Identität geprägt.

 

Obwohl Erikson den Großteil seines Lebens mit Joan Serson verheiratet war, enthüllte sein Biograf Lawrence J. Friedman, dass der junge Erikson in Europa eine intensive homoerotische Phase durchlebte. Während seiner Studienzeit und künstlerischen Suche pflegte er enge physische und emotionale Bindungen zu Männern, die sich später in seinem Konzept des „Identitätsmoratoriums“ widerspiegelten. Erikson betrachtete Homosexualität durch das Prisma der Identitätssuche; er sah sie nicht als endgültige Diagnose, sondern als Prozess der Selbstfindung. Sein Gedanke, dass ein gesunder Mensch derjenige ist, der „lieben und arbeiten kann“, beschränkte die Liebe nicht auf heterosexuelle Rahmenbedingungen, auch wenn er öffentlich eine vorsichtige Haltung bewahrte.

 

Frieda Fromm-Reichmann (1889–1957): Die Kraft weiblicher Intimität

 

Frieda Fromm-Reichmann war eine der bedeutendsten Frauen in der frühen Psychoanalyse, berühmt für ihre Arbeit mit schwerst psychisch Kranken in der Klinik Chestnut Lodge. Ihr Werk Principles of Intensive Psychotherapy wurde zur „Bibel“ für Therapeuten, die die Innenwelt der Schizophrenie verstehen wollten. Sie war kurzzeitig mit dem berühmten Erich Fromm verheiratet, doch nach der Scheidung wählte Frieda einen Lebensstil, der für damalige Verhältnisse mutig, wenn auch diskret war.

 

Biografische Forschungen deuten darauf hin, dass Fromm-Reichmann für den Rest ihres Lebens tiefe, romantische und intime Beziehungen zu Frauen pflegte. Ihre Persönlichkeit war geprägt von einem Bedürfnis nach weiblicher Solidarität und emotionaler Nähe, die sie als essenziell für die psychische Gesundheit ansah. Obwohl sie den Begriff „Lesbe“ öffentlich mied, um ihre Karriere nicht zu gefährden, zeugen ihre Briefe von einer Liebe, die nicht Männern galt. Sie sagte: „Der Patient braucht keine Interpretation, sondern einen Menschen, der keine Angst vor seinem Leiden hat.“ Diese Furchtlosigkeit bewies sie auch in ihrem Privatleben.

 

Moderne Reformatoren: Stephen Mitchell und Ken Corbett

 

Nach 1973, als Homosexualität offiziell nicht mehr als Störung eingestuft wurde, begann sich die Psychoanalyse von jahrzehntelangen Vorurteilen zu befreien. In diesem Kontext ragen zwei Figuren heraus.

 

Stephen Mitchell (1946–2000) war der führende Kopf der relationalen Psychoanalyse. Obwohl er selbst heterosexuell war, ist sein Einfluss auf die LGBTQ+-Gemeinschaft in der Psychoanalyse unschätzbar. In seinem Werk Hoffnung und Furcht in der Psychoanalyse kritisierte er scharf frühere Theorien, die versuchten, Homosexuelle zu „heilen“. Mitchell betonte, dass die sexuelle Orientierung ebenso einzigartig und komplex ist wie die Persönlichkeit selbst.

 

Ken Corbett ist eine der profiliertesten zeitgenössischen Figuren, die Theorie mit persönlicher Erfahrung verknüpft. Als offen homosexueller Analytiker schreibt er darüber, wie sich Männlichkeit abseits traditioneller Standards formt. Sein Buch Boyhoods: Rethinking Masculinities untersucht das Aufwachsen „anderer“ Jungen. Corbett dekonstruiert meisterhaft die Angst, die viele Analytiker früher vor Homosexualität hatten, und verwandelt sie in eine lebendige menschliche Erfahrung.

 

Ich hoffe, dass dieser Einblick wertvoll für Sie war.

 

Rebellische Seele


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